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Was ist LEADER+?

Im Rahmen der Festlegungen der Agenda 2000 hat die EU  beschlossen, mit vier Gemeinschaftsinitiativen Regionen mit Entwicklungsrückständen bzw. mit Schwierigkeiten in der Förderperiode 2000 bis 2006 finanzielle und fachliche Unterstützung zu leisten. Für die Entwicklung der ländlichen Räume steht dabei die Gemeinschaftsinitiative LEADER+.

Liaison Entre Actions de Devéloppement de l'Economie Rurale = Verbindungen zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft.

Seit 1991 erprobt die EU mit der Gemeinschaftsinitiative LEADER einen gebietsbezogenen Entwicklungsansatz. Mit LEADER+ startet die Initiative bereits in die dritte Förderperiode und baut auf den Erfahrungen von LEADER I (1991- 1994) und LEADER II (1994-2000) auf.

LEADER+ soll auf Basis lokaler Partnerschaften die Entwicklung von und das Experimentieren mit integrierten Pilotstrategien für die ländliche Entwicklung fördern. Außerdem wird die aktive Zusammenarbeit zwischen ländlichen Gebieten, die solche Entwicklungsstrategien verfolgen, unterstützt. Großangelegte Netzwerke sowie die Verbreitung der im Bereich  der ländlichen Entwicklung erworbenen Erfahrungen werden gefördert.

Die Anforderungen „innovativ, modellhaft und übertragbar" werden durch „gebietsbezogen, integriert und nachhaltig" ersetzt.


Entstehung und Geschichte des Projektes „Wittenberger Land"

Im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative LEADER II wurde in Trägerschaft des Bauernverbandes des Landkreises Wittenberg e.V. im Gebiet „Glücksburger Heide" (bei Jessen) ein Gesamtprojekt umgesetzt.

Durch den Aufruf des MRLU vom 10.01.2001, zum Start der Gemeinschaftsinitiative LEADER + in Form eines Wettbewerbes, setzte sich die bestehende Aktionsgruppe Wittenberg wiederum das Ziel, sich zu beteiligen. Aufbauend auf den Ergebnissen von LEADER II sollen neue Ansätze für eine gebietsbezogene Entwicklungsstrategie im Landkreis Wittenberg gefunden werden.

Mit einem öffentlichen Aufruf in der Tagespresse und den Mitteilungsblättern der Verwaltungsgemeinschaften wurde die Bevölkerung gebeten, sich mit Ideen und Vorschlägen an der Erarbeitung des Entwicklungskonzeptes zu beteiligen.

Die Resonanz war sehr groß und ging weit über das Gebiet der Glücksburger Heide (LEADER II Initiative) hinaus.

Als wichtigste Zielstellung kristallisierte sich die Entwicklung der Stadt - Umland - Beziehung, die Vernetzung der Stadt Wittenberg mit ihrem Umland heraus. Es wurde eine Aktionsgruppe „Wittenberger Land" gegründet, die ein entsprechendes Konzept erarbeitete.

Das operationelle Programm des Landes Sachsen-Anhalt sah dafür verschiedene Themenkomplexe vor.

Die LAG entschied sich für die
Valorisierung der natürlichen und kulturellen Ressourcen, einschließlich der Steigerung des Wertes von Flächen im gemeinschaftlichen Interesse, die unter Natura 2000 ausgewählt wurden


Handlungsansatz


Das Aktionsgebiet „Wittenberger Land" ist wirtschaftlich schwach strukturiert und überwiegend landwirtschaftlich geprägt.

Dabei verweist die Stadt Wittenberg als historisches Lutherzentrum über gut entwickelte Vermarktungsstrukturen und über einen hohen Bekanntheitsgrad.

Die ländliche Region besitzt dagegen ein vielfältiges Angebot an Natur (z.B. Elbaue, Glücksburger Heide, Fläming) und Kultur (z.B. Museen, Heimatstuben, Kirchen, traditionelle Schul- und Heimatfeste), die den Charme des „Wittenberger Landes" ausmachen.

Die Vielfalt an landschaftlichen und landwirtschaftlichen Strukturen (z.B. Acker- und Grünlandflächen, Obst- und Weinanbauflächen, Wälder), die ausgebauten und ausgewiesenen Wander- und Radwege bieten sich ideal für eine nachhaltige Entwicklung und Nutzung an.

Insgesamt muss man aber feststellen, dass die jeweiligen Potenziale von Stadt und Land nicht bzw. noch unzureichend gebündelt sind.

In der Verknüpfung der Stärken, der gegenseitigen Akzeptanz und Zusammenarbeit, wird die Chance und der Handlungsansatz für das „Wittenberger Land" gesehen, sich zu einer aufstrebenden Modellregion zu entwickeln.

Die Vermarktung erfolgt nicht in politischen Grenzen, sondern im räumlichen Zuschnitt, der auch eine einheitliche touristische Region ist. Dabei wird durchaus länderübergreifend gearbeitet.


Ziele

Das Leitbild für das „Wittenberger Land" besteht in einer unverwechselbaren und charakteristischen Erscheinung, in Form eines ländlich geprägten Raumes mit einer ausgewogenen Kulturlandschaft.

Dabei sollen die landwirtschaftliche Nutzungsfunktion, wie auch Wittenberg als städtisches Zentrum, bei Wahrung der historischen Eigenheiten und im Einvernehmen mit ökologischen Erfordernissen erhalten bleiben.

Es ist eine Vernetzung der bisher getrennt von einander existierenden städtischen und ländlichen Potenziale anzustreben, in dem die vorhandenen natürlichen und kulturellen Ressourcen weiter ausgebaut und eine Wertsteigerung der Flächen erwirkt werden.

Eine abgestimmte und tragfähige Stadt - Umland - Beziehung soll entwickelt werden, unter Wahrung aller sozialen, kulturellen und natürlichen Belange, so dass eine optimale, eigenständige und nachhaltige Entwicklung für das „Wittenberger Land" erzielt wird.


Erwartete Auswirkungen

Nach Ablauf der Förderperiode soll die Entwicklungsarbeit eigenständig fortgesetzt werden können. Dabei soll die Nachhaltigkeit gesichert sein. Durch die Kooperation der lokalen Aktionsträger, durch Vernetzungen der Projekte, sollen Querverbindungen entstehen, so dass das endogene Potenzial des „Wittenberger Landes" besser erschlossen und

-          die Erhöhung des Bekanntheitsgrades des „Wittenberger Landes";

-          Stärkung der ländlichen und städtischen Infrastruktur durch gegenseitiges
            Profitieren;

-          die Verbesserung des touristischen Angebotes;

-          eine Verbesserung der regionalen Zusammenarbeit;

-          ein verbesserter Marktzugang für Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen;

-          und letztendlich eine Verbesserung der Lebensqualität;

-          der Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen, insbesondere für Frauen und
           Jugendlichen erreicht wird.


Strategie

Bei der Verwirklichung und Umsetzung des Projektes, basierend auf einer regionalen Stärken - Schwächen - Analyse stehen folgende Schwerpunkte im Mittelpunkt:

Ø      Verbesserung der organisatorischen Fähigkeiten und Aufbau einer einheitlichen
        Marketingstruktur zur einheitlichen Gesamtvermarktung des „Wittenberger Landes"

Ø      Erhaltung, Pflege und Entwicklung der Natur und Landschaft, dass sie als
         Lebensgrundlage der Menschen und als Voraussetzung für seine Erholung
         nachhaltig gesichert sind

Ø      Erhalt historischer Kulturlandschaften und seiner charakteristischen Eigenarten

Ø      nachhaltige Sicherung des kulturellen Erbes und Wiederbelebung des traditionellen
        Handwerkes

Ø      gemeinsame Vermarktung der regionalen Produkte

Ø      Entwicklung von Wanderwegen in der Landschaft als Verbindung zu den
        angrenzenden Regionen und im Nahbereich im Sinne einer landschaftsbezogenen
        Erholung

Ø      Schaffung von Qualifizierungs- und Bildungsmaßnahmen zur Verbesserung der
        Fähigkeiten, der kulturellen Vielfalt und Kommunikation, zur Entwicklung und
        Belebung der Aktivitäten im ländlichen Raum

Ø      Schaffung zusätzlicher Einkommensquellen im ländlichen Bereich;